Wissenschaftliches Schreiben

Zeitformen in wissenschaftlichen Arbeiten

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Sie sitzen an Ihrer Bachelorarbeit, haben endlich gute Ideen und das Schreiben kommt langsam in Gang. Am Ende lesen Sie Ihr fertiges Kapitel und stolperb dann über die Zeitformen – Präsens, Präteritum, Perfekt ... was ist richtig?

Die Zeiten im Deutschen

Zunächst eine kleine Erinnerung, welche Zeiten es im Deutschen gibt:

Präsens: Ich schreibe eine Hausarbeit.
Perfekt: Ich habe eine Hausarbeit geschrieben.
Präteritum: Ich schrieb eine Hausarbeit.
Plusquamperfekt: Ich hatte eine Hausarbeit geschrieben.
Futur I: Ich werde eine Hausarbeit schreiben.
Futur II: Ich werde eine Hausarbeit geschrieben haben.

Das Präsens ist die meistverwendete Zeitform

Die Zeit, die für Ihre wissenschaftliche Arbeit am wichtigsten ist, ist das Präsens. Der Großteil der Arbeit wird im Präsens geschrieben – bei Aussagen, die die Gegenwart betreffen, genauso wie bei allgemeingültigen Aussagen.

  • Die vorliegende Arbeit behandelt das Thema X.
  • Diese Studie ist Teil eines größeren Projekts.

Auch Inhaltsangaben werden ins Präsens gesetzt:

  • In Berlin Alexanderplatz ist Franz Biberkopf der Protagonist.

Wird jedoch von Ereignissen berichtet, die in der Vergangenheit liegen, greift man auch durchaus auf eine Vergangenheitsform zurück. Da stehen das Perfekt, das Präteritum und das Plusquamperfekt zur Verfügung.

Präteritum

Für eine wissenschaftliche Ausarbeitung ist das Präteritum angemessener als das Perfekt, da das Zweitere vorwiegend in der gesprochenen Sprache verwendet wird.

  • Marie Curie erhielt 1903 einen Nobelpreis für Physik.
  • Die Probanden entschieden sich für Variante 1.

Perfekt

Es sei denn, das Ereignis, das in der Vergangenheit liegt, nimmt noch Einfluss auf die Gegenwart – dann muss das Perfekt verwendet werden:

  • Die Studie hat ergeben, dass ...

Plusquamperfekt

Das Plusquamperfekt wird sehr selten verwendet. Es wird nur dann eingesetzt, wenn die Vorvergangenheit ausgedrückt werden soll:

  • Bevor die Umfrage veröffentlicht wurde, war ein Test gemacht worden.

Zu empfehlen ist es allerdings nicht.

Futur

Auch das Futur findet nur selten Eingang in einen wissenschaftlichen Text. Eine Möglichkeit ist jedoch, das Futur I im Ausblick am Ende der Arbeit einzusetzen:

  • Das Ergebnis wird in einer künftigen Masterarbeit näher untersucht werden.

Tipp

  • Schauen Sie in Ihrem Zitierleitfaden nach, ob er etwas zu den Zeitformen vorgibt, und halten Sie sich ggf. daran – dann können Sie nichts falsch machen.
  • Wichtig ist vor allem, dass Sie die Zeiten einheitlich setzen (nicht mal Perfekt und mal Präteritum für eine ähnliche Aussage), auch um den Leser nicht zu verwirren.

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Hallo, ich bin Susanne Schaffer. Als Lektorin helfe ich Solo­selbstständigen, fehler­freie Marketing­texte zu schreiben, damit sie diese beruhigt veröffentlichen können und bei ihren Kunden einen professionellen Eindruck hinterlassen.

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