Souveräner Selbstwert

Selbstständig den eigenen Weg gehen – 5 Tipps, wie dir das besser gelingt

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Mein heutiger Gast, die Psychologin und zertifizierte Designing-Your-Life-Coachin Anna Keil, verrät dir in diesem Blog­artikel, wie du deinen eigenen Weg in deiner Selbst­ständig­keit gehen kannst. Ein so wichtiges Thema! Daher: Bühne frei für Anna:

 

Anna Keil:

Es gibt so viele Möglichkeiten und Tipps, um das eigene Business weiter­zuentwickeln und jede*r sagt dir auch etwas anderes: Du brauchst unbedingt dieses eine Tool oder eine Präsenz auf folgenden Social-Media-Kanälen usw. Meiner Meinung nach gibt es nicht die eine Lösung, die für alle Menschen gleich funktioniert, denn wir sind alle verschieden. Und so darfst du für dich aus­probieren, was es bedeutet, deinen eigenen Weg zu gehen.

Im Folgenden möchte ich dir 3 Bereiche aufzeigen und insgesamt 5 Tipps geben, wie du mehr auf dich hören kannst. Alle Übungen nehmen zusammen­genommen einiges an Zeit ein. Deswegen ist es mir wichtig, zunächst eine Sache zu betonen: Seinen eigenen Weg zu gehen ist ein Prozess, der nie abgeschlossen sein wird, und du darfst dir erlauben, diesen Weg in kleinen Schritten zu gehen.

Du musst und kannst heute auch gar nicht alles wissen, du veränderst dich ja schließlich auch immer weiter. Suche dir einfach einen Punkt heraus, der für dich heute am wichtigsten erscheint, und fange dort an. Wenn du dem Thema immer mal wieder Aufmerk­samkeit schenkst und immer wieder kleine Schritte gehst, wirst du fest­stellen, dass du ein gutes Stück voran­kommst zu einem Business, das gut zu dir passt

1) Kenne deine Stärken und nutze sie, um deinen eigenen Weg zu gehen

Kennst du deine Stärken? Wahrscheinlich nutzt du viele davon (vielleicht nur unbewusst) in deiner Tätig­keit schon, denn sonst würde sie dir wahr­scheinlich nicht so viel Spaß machen. Wenn du deine Stärken auch bewusst benennen kannst, kannst du dein Business daran ausrichten. Sicherlich gibt es als Selbst­ständige auch Dinge, die du tun musst, die nicht zu deinen Kern­kompetenzen gehören und es ist gut, auch diese Bereiche zu meistern.

Aber deine eigenen Stärken zu kennen, kann dir z. B. bei vielen strate­gischen Entscheidungen helfen. Wenn du z. B. bei einer Entscheidung drei Alternativen hast, kannst du dich für jede der möglichen Optionen fragen, wie du deine Stärken dort einsetzen und weiter­entwickeln könntest. Indem man das immer wieder macht, findet man mit der Zeit seinen eigenen Weg.

Frage andere nach deinen Stärken

Wie kannst du dir deiner Stärken bewusst werden? Frage doch einmal Menschen in deinem Umfeld, was sie als deine Stärken wahr­nehmen. Wir selbst nehmen unsere Stärken manchmal als so selbst­verständlich wahr, dass sie uns gar nicht wie Stärken vorkommen. Ich empfehle dir dabei sowohl Freund*innen oder Familien­mitglieder zu befragen als auch Menschen, mit denen du zusammen­arbeitest.

Im Business-Kontext musst du auch nicht immer explizit nach deinen Stärken fragen, manchmal genügt auch aufmerksames Zuhören. Mir haben z. B. schon mehrmals Klient*innen im allgemeinen Feed­back zum Coaching positiv zurück­gemeldet, dass ich besonders strukturiert sei. Das hat mich in den Momenten überrascht, aber ich würde ihnen da recht geben. Mir war es einfach nur nicht als Stärke bewusst.

Eine Schatzsuche in deiner Vergangenheit

Du kannst dir diese Frage natürlich auch selbst stellen und dich dazu auf eine Schatz­suche in deiner Vergangen­heit begeben. Mit dieser Übung kannst du sowohl mehr über deine Stärken als auch hilfreiche Rahmen­bedingungen herausfinden. Versuche, dich an eine Situation in deinem Leben zu erinnern, in der du an einem Projekt gearbeitet hast, das dir so richtig viel Spaß gemacht hat. Das kann ein berufliches Projekt sein oder auch eine ehrenamtliche Tätigkeit oder ein Hobby. Schreibe dann ein paar Sätze zu dem Projekt auf:

  • Was hast du genau gemacht?
  • Wer war noch beteiligt?
  • Wie lange hat das Projekt gedauert?

Versuche, das Projekt in ein paar Sätzen zusammen­zufassen. Dann suche dir noch weitere Projekte, zu denen du das Gleiche machst, bis du ca. fünf kleine Geschichten geschrieben hast.

In einem zweiten Schritt kannst du dir nun die Geschichten noch einmal genauer ansehen: Versuche heraus­zufinden, was genau dir so viel Spaß gemacht hat:

  • War es die Tätigkeit selbst?
  • Die Zusammenarbeit mit anderen Menschen?
  • Welche Rolle hattest du dabei?
  • Wie war das Setting?

Vielleicht findest du auch über die Geschichten hinweg Gemeinsam­keiten. Das sind Punkte, nach denen wir suchen und mit denen du dann weiterarbeiten kannst. Wenn du z. B. weißt, dass dir als Tätigkeit konzentriertes Schreiben am besten zu Hause alleine sehr liegt, dann kannst du für dein Business überlegen, wie du das noch mehr einbauen kannst, um deine Business-Ziele zu erreichen.

2) Welche Rahmen­bedingungen sind hilfreich, um deinen eigenen Weg zu gehen?

Neben den Stärken sind die Rahmen­bedingungen ein zweiter wichtiger Aspekt, um den eigenen Weg zu finden. Ich meine damit alles, was dir deine eigentliche Arbeit ermöglicht, z. B. Prozesse, Software, deine Arbeits­umgebung usw. Einige hilfreiche Hinweise findest du wahr­scheinlich schon bei der Übung mit der Schatz­suche in der Vergangenheit.

Achte im Alltag bewusst darauf, was dir Spaß macht und hilft

Allgemein möchte ich dich ermutigen, in deinem Alltag einfach immer wieder bewusst einmal hin­zuschauen, was dir viel Spaß macht und was dir hilft, produktiv zu arbeiten. Du kannst dir die Punkte einfach z. B. jeden Abend kurz notieren. Versuche dabei auch immer wieder wie bei der Schatz­suche oben zu überlegen, was es genau ist, was für dich hilf­reich ist.

Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass mir Schreiben sehr viel Spaß macht, aber es mir oft schwerfällt, mit einem neuen Blog­artikel oder LinkedIn-Post anzufangen. Dabei hilft mir meine Co-Writing-Gruppe sehr. Wir treffen uns einmal die Woche online, sagen kurz, woran wir arbeiten und arbeiten dann gemeinsam, aber jede für sich. Das Co-Writing habe ich einfach einmal ausprobiert und dabei festgestellt, dass es gut für mich passt.

Welche Werte sind dir wichtig?

Nachdem wir uns bisher die eigenen Stärken und Rahmen­bedingungen näher angeschaut haben, möchte ich nun noch auf deine Werte eingehen. Warum ist diese Frage so wichtig, um den eigenen Weg zu finden?

Manchmal stelle ich mit Klient*innen fest, dass die eigenen Werte nicht mit der Tätigkeit oder den Werten des Unter­nehmens, für das sie arbeiten, zusammen­passen. Und das kann ein großes Problem sein. Denn wenn man ständig etwas tut und Zeit und Energie in etwas investiert, das absolut nicht zu den eigenen Werten passt, dann ist das auf Dauer meist sehr anstrengend und schwierig.

Versteh mich nicht falsch, es passt nicht immer alles in unserem Business und Leben zu den eigenen Werten, aber wenn es zum Großteil nicht passt, dann kann das für sehr viel Unzufrieden­heit sorgen. Wenn du dir deiner eigenen Werte bewusst wirst, kannst du anfangen, dein Business und dein Leben so zu gestalten, dass es zumindest größtenteils mit deinen Werten übereinstimmt.  

Die eigenen Werte heraus­zufinden, ist wahrscheinlich der schwierigste Part der drei Bereiche. Wenn du also eine Übung beginnst und dabei feststellst, dass du da heute nicht weiter­kommst, lege sie zur Seite und versuche es an einem anderen Tag wieder. Das ist ganz normal.

Erstelle deine Werte­liste als Grund­lage für deinen eigenen Weg

Wie kannst du nun mehr über deine eigenen Werte heraus­finden? Eine sehr bekannte Übung ist, dir eine Werte­liste zu nehmen, die für dich wichtigen Werte zu markieren und anschließend noch in eine Reihen­folge zu bringen, was dir am wichtigsten ist. Hier kannst du die Übung als Online-Test machen (für deine top 3 Werte) oder eine ausführliche Anleitung zum Offline-Machen lesen.

Was macht dich wütend?

Eine andere kleine Übung kann sein, dir zu überlegen und dich auch im Alltag zu beobachten, was dich so richtig wütend macht. Wut kann ein Hinweis darauf sein, dass ein uns wichtiger Wert verletzt wurde.

Hier kannst du also überlegen, warum dich diese Sache gerade so wütend macht. Worum geht es eigentlich? Meistens geht es im Kern nicht darum, dass dir jemand einen Parkplatz vor der Nase weg­geschnappt hat. Was ist es dann? Die Unhöflichkeit deines Gegenübers? Der Ärger, dass du schon spät dran bist und jetzt wahrscheinlich unpünktlich zu deinem Termin kommen wirst?

Gerade das Erkennen der eigenen Werte kann etwas dauern, aber ich möchte dich ermutigen, immer wieder dahin zu schauen. Wenn du deine Werte kennst, kannst du anfangen, sie bewusst in dein Business und dein Leben zu integrieren. So kannst du überlegen, wenn Ehrlich­keit ein wichtiger Wert von dir ist, wie du dein Marketing gestalten kannst, damit sich Ehrlichkeit in deinem Marketing auch wiederfindet. Wenn dir Nach­haltigkeit und das Schonen von Ressourcen wichtig sind, kannst du das zum einen konkret in deinem Business tun, zum anderen aber auch z. B. mitbedenken, welche Aufträge du von welchen Unter­nehmen annimmst oder auch nicht.

Wie schon geschrieben wird sich das nicht immer und überall so umsetzen lassen. Aber je mehr du im Einklang mit deinen Werten lebst, desto stimmiger wird es sich anfühlen.

3) Probiere Dinge aus – die Kraft der kleinen Schritte

All diese Übungen können dir helfen, einen für dich passenden und erfolg­reichen Weg zu finden. Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, mehr über deine Stärken, passende Rahmen­bedingungen und Werte heraus­zufinden. Auch hier gilt: Suche dir die Übungen aus, die für dich hilfreich sind. Hier siehst du noch einmal meine Vorschläge zusammengefasst:

  • Frage andere Menschen nach deinen Stärken.
  • Finde bei einer Schatzsuche in deiner Vergangen­heit wertvolle Hinweise zu deinen Stärken und passenden Rahmen­bedingungen.
  • Beobachte dich immer mal wieder im Alltag.
  • Erstelle eine Werteliste.
  • Analysiere deine Wut.

Wie schon oben geschrieben kann es sehr hilfreich sein, diesen Weg als Prozess zu verstehen. Du musst nicht jetzt fertig sein damit. Du darfst immer wieder kleine Erkenntnisse haben, diese in deinen Business-Alltag integrieren und somit Schritt für Schritt deinen eigenen Weg gehen. Wenn es dir schwerfällt, wirklich anzufangen, habe ich in diesem Blogartikel noch drei Tipps aufgezählt, um wieder ins Tun zu kommen. Ich wünsche dir viel Spaß und viel Erfolg!

 

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Autorenvorstellung:

Hallo, mein Name ist Anna Keil. Ich helfe Menschen dabei, für sich spannende Perspektiven, Mut und Handlungs­fähig­keit für die eigene Karriere zu entwickeln. Als Psychologin und zertifizierter Designing-Your-Life-Coach arbeite ich sehr gerne mit der Life-Design-Methode, die auf den Prinzipien des Design Thinkings basiert.

Wichtige Aspekte beim Life Design sind das Beobachten der Situation, das Finden kreativer und wilder Ideen und das sogenannte Proto­typen-Bauen, also immer wieder kleine Schritte in der Realität auszuprobieren. Vielleicht kannst du ja den ein oder anderen Aspekt davon im Artikel oben entdecken.

Auf meiner Website oder auf LinkedIn kannst du mehr über mich erfahren.

 

Hallo, ich bin Susanne Schaffer. Als Business-Mentorin unter­stütze ich Free­lance­rinnen dabei, mehr als Expertin wahr­genom­men zu werden, zeit­lich unab­hängiger zu werden und wert­schätzende Lieblings­kund*innen anzu­ziehen – für eine souve­räne Selbst­ständig­keit, die Spaß macht.

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