Rund ums Lektorat

Autokorrektur vs. Korrektor – wer findet die Fehler?

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Computerprogramme wie Word bieten dem Nutzer eine Rechtschreibprüfung an, die verspricht: „Kein Problem, wenn Sie sich mal vertippen – wir passen auf.“* Kann sie das Versprechen halten?

Zugegeben: Zu Beginn einer Korrektur lasse ich das Rechtschreibprogramm auch manchmal über den Text schauen. Ich erhoffe mir davon, grobe Tipp­fehler beseitigen zu lassen, damit diese mich bei meinem anschließenden ersten Korrektur­durchlauf nicht aufhalten.

Ich habe jedoch die Erfahrung machen müssen, dass die Rechtschreib­prüfung nur einen Bruchteil aller Fehler erkennt. So auch in einem Text, den ich gerade bearbeite: „Die Produktion müssen im Zukunft sehr flexible und stark Kunden­bezogen sein, was führt zur flexible Nutzung von Energie.“ Das Programm unterstreicht „im“ und schlägt mir stattdessen „in der“ vor. Das ist richtig und ich nehme den Vorschlag gern an. Nach dieser Änderung ist der Fall abgeschlossen und das Programm will sich schon einen anderen Satz vornehmen. Also fange ich jetzt mit der Arbeit richtig an.

In einem anderen Text fällt dem Programm nicht auf, dass der Plural von „Material“ nicht „Materialen“, sondern „Materialien“ ist. Punkt für mich!

Auch der Duden ist der Meinung, dass Rechtschreib­programme nicht das Wahre sind: „Schlecht beraten indes ist, wer sich auf die Rechtschreib­programme der Textverarbeitungs­systeme verlässt. Sie reichen als Hilfs­mittel nicht aus. Mit ihnen können zwar leichter Tipp­fehler aufgespürt werden, doch bleiben korrekt geschriebene, aber falsche Wörter unentdeckt, weil das Programm diese nur mit dem eigenen Thesaurus abgleicht, aber nicht ihre Sinnhaftig­keit im Kontext überprüft.“**

Es wird deutlich, dass das Programm nur einzelne Recht­schreibfehler entdeckt. Einen Korrektor oder Lektor kann es daher nicht ersetzen. Dennoch ist gegen die Verwendung des Programms nichts auszusetzen, solange es lediglich zur Vor- und Nach­kontrolle dient und dabei mitgedacht wird.

* Microsoft Word 2013: Rechtschreibung und Grammatik.
** Duden: Wie verfasst man wissenschaftliche Arbeiten? 3., völlig neu erarbeitete Auflage. 2006, S. 110.

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