Satzzeichen & Typografie

Der Bis-Strich

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Das bis-Zeichen, das für das gesprochene Wörtchen „bis“ steht, begegnet Ihnen bestimmt oft im Alltag, sei es auf Werbeplakaten oder beim Klick auf die Öffnungszeiten.

Es fallen sehr unterschiedliche Schreibweisen auf: mit Leerzeichen, ohne Leerzeichen, bunt gemischt ... Der Bis-Strich ist ein Halbgeviertstrich und gleicht somit vom Aussehen dem Gedankenstrich.

Allerdings gelten andere Regeln. Welche das sind, kläre ich in diesem Blogartikel.

Verwendung des Bis-Striches

Der Bis-Strich wird nicht zwischen „normalen Wörtern“ eingesetzt, sondern nur zwischen einzelnen Buchstaben, Zahlen oder Ähnlichem. Sie können diesen Halbgeviertstrich nutzen, wenn Sie einen Zwischenwert angeben wollen oder wenn Sie einen Zeitraum verkürzt darstellen wollen:

  • Falsch: Toni wird – heute Abend anrufen.
  • Richtig: Toni ruft heute Abend an, circa 18–19 Uhr.

Bis-Strich mit oder ohne Leerzeichen?

Die Meinungen darüber, ob der Bis-Strich von Leerzeichen umschlossen werden soll oder nicht, gehen auseinander. Der Duden schreibt vor, den Bis-Strich ohne Leerzeichen zu setzen:

  • Mo.–Mi.
  • 11–13 Uhr

Die DIN 5008 gibt etwas anderes vor: Vor und nach dem Bis-Strich soll jeweils ein Leerzeichen gesetzt werden:

  • Di. – Do.
  • 1 – 3 €

Und nun? Ich empfehle Ihnen, sich an die erste Variante zu halten und den Bis-Strich ohne Leerzeichen zu schreiben. Wenn Ihnen das Schriftbild zu „gequetscht“ aussieht, können Sie ein Achtelgeviert (einen kleinen Abstand) setzen. Das empfiehlt sich vor allem bei Fällen wie diesen:

  • 1.10.2019 – 4.11.2019

„bis“ statt „–“

Der Bis-Strich sollte nicht verwendet werden, wenn zuvor bereits ein Ergänzungsstrich steht. Stattdessen sollte die Präposition ausgeschrieben werden:

  • nicht: Ich schreibe ein 200-–250-seitiges Buch
  • sondern: Ich schreibe ein 200- bis 250-seitiges Buch

Wenn der Bis-Strich am Anfang oder am Ende einer Zeile steht, gilt auch hier, dass es besser ist, das kleine Wörtchen auszuschreiben:

  • nicht:

  • sondern:

Außerdem gilt die Regel, in der Wendung „von ... bis“ statt dem Strich das ausgeschriebene Wort zu benutzen:

  • nicht: von 12–13 Uhr
  • sondern: von 12 bis 13 Uhr
  • Ausnahme: Es ist richtig zu schreiben: „Das Spiel ist für Kinder von 1–3 Jahren.“

Jetzt verabschiede ich mich und sage: Bis zum nächsten Mal ... und nicht: – zum nächsten Mal! :D

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Hallo, ich bin Susanne Schaffer. Als Lektorin helfe ich Solo­selbstständigen, fehler­freie Marketing­texte zu schreiben, damit sie diese beruhigt veröffentlichen können und bei ihren Kunden einen professionellen Eindruck hinterlassen.

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