Satzzeichen & Typografie

Der Bis-Strich

3 Kommentare

Das bis-Zeichen, das für das gesprochene Wörtchen „bis“ steht, begegnet dir bestimmt oft im Alltag, sei es auf Werbe­plakaten oder beim Klick auf die Öffnungszeiten.

Es fallen sehr unterschiedliche Schreib­weisen auf: mit Leerzeichen, ohne Leerzeichen, bunt gemischt ...

Der Bis-Strich ist ein Halbgeviert­strich und gleicht somit vom Aussehen dem Gedankenstrich. Allerdings gelten andere Regeln. Welche das sind, kläre ich dir in diesem Blogartikel.

Verwendung des Bis-Striches

Der Bis-Strich soll nicht zwischen „normalen Wörtern“ eingesetzt werden, sondern nur zwischen einzelnen Buch­staben (auch abgekürzte Wochentage), Zahlen oder Ähnlichem. Du kannst diesen Halbgeviert­strich nutzen, wenn Sie einen Zwischen­wert angeben oder wenn du einen Zeit­raum verkürzt darstellen willst:

  • Falsch: Toni wird – heute Abend anrufen.
  • Richtig: Toni wird bis heute Abend anrufen.

 

  • Richtig: Toni ruft heute Abend an, circa 18 bis 19 Uhr.
  • Auch richtig: Toni ruft heute Abend an, circa 18–19 Uhr.

Bis-Strich mit oder ohne Leerzeichen?

Die Meinungen darüber, ob der Bis-Strich von Leer­zeichen umschlossen werden soll oder nicht, gehen auseinander. Der Duden schreibt vor, den Bis-Strich ohne Leer­zeichen zu setzen:

  • Di.–Do.
  • 11–13 Uhr

Allerdings steht im Duden vermerkt, dass die DIN 5008 etwas Abweichendes empfiehlt. Die DIN 5008 gibt nämlich vor: Vor und nach dem Bis-Strich soll jeweils ein Leer­zeichen gesetzt werden:

  • Di. – Do.
  • 1 – 3 €

Und nun?

Ich empfehle dir, dich an die erste Variante zu halten und den Bis-Strich ohne Leer­zeichen zu schreiben. Wenn dir das Schriftbild zu „gequetscht“ aussieht, kannst du ein Achtelgeviert (einen kleinen Abstand) setzen. Das empfiehlt sich vor allem bei Fällen wie diesen:

  • 01.10.2019 – 04.11.2019

„bis“ statt „–“

Der Bis-Strich sollte nicht verwendet werden, wenn zuvor bereits ein Ergänzungs­strich steht. Stattdessen sollte die Präposition ausgeschrieben werden:

  • Falsch: Ich schreibe ein 200-–250-seitiges Buch
  • Richtig: Ich schreibe ein 200- bis 250-seitiges Buch

Wenn der Bis-Strich am Anfang oder am Ende einer Zeile steht, gilt auch hier: Es ist besser, das kleine Wörtchen auszuschreiben:

  • Falsch:

Die Öffnungszeiten lauten: 8:30–
17:30 Uhr

  • Richtig:

Die Öffnungszeiten lauten: 8:30 bis
17:30 Uhr

Außerdem gilt die Regel, in der Wendung „von ... bis“ statt dem Strich das aus­geschriebene Wort zu benutzen:

  • Falsch: von 12–13 Uhr
  • Richtig: von 12 bis 13 Uhr
  • Ausnahme: Es ist richtig zu schreiben: „Das Spiel ist für Kinder von 1–3 Jahren.“

Jetzt verabschiede ich mich und sage: Bis zum nächsten Mal ... und nicht: – zum nächsten Mal! :D

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Was du jetzt tun kannst

Die Falschschreibung des Bis-Strichs ist nicht die einzige typografische Falle, in die du tappen kannst.

Weitere Fehlerfallen findest du in meiner kostenlose Checkliste „7 Fehler­fallen in Marketing­texten, die dich Kunden kosten“.

Hallo, ich bin Susanne Schaffer. Ich unter­stütze Dienst­leiste­rinnen und Berate­rinnen dabei, als Expertin wahr­genom­men zu werden, zeitlich unab­hängiger zu werden und wert­schätzende Lieblings­kunden anzu­ziehen – für eine souve­räne Selbst­ständig­keit.

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S
Susi

Was soll "Soloselbstständige" heissen??? Neue Wortkreation?!

SS
Susanne Schaffer

Hallo Susi,

das ist ein oft verwendeter Begriff, der so viel bedeutet wie „Selbstständige“, „Solopreneure“ oder „Solounternehmer“.

Viele Grüße
Susanne

M
Markus

Hallo Susanne,

bei Wikipedia findet man unter https://de.wikipedia.org/wiki/Halbgeviertstrich#Bis-Strich im letzten Absatz einen Hinweis zu einer Ausnahme bei Zahlenangaben. Jedoch ohne Verweis auf irgendein Regelwerk oder Abgrenzung, wann das angewendet wird. Bei "-40…+120 °C" scheint es irgendwie lesbarer als "-40–+120 °C", aber "8:30–17:30 Uhr" und "120–150 Schüler" sind doch auch Zahlenangaben. "120…150 Schüler" wirkt irgendwie sehr technisch. Kommt es also auch irgendwie auf den Kontext an oder auf die Komplexität der Zahlenangabe?

Viele Grüße

 

Antwort von Susanne Schaffer

 

Hallo Markus,

von dieser Punkteregelung höre ich tatsächlich zum ersten Mal! In den gesamten letzten fünf Jahren, in denen ich mich beruflich mit Rechtschreibung beschäftige, habe ich es in keinem einzigen Text so gefunden (und auch nicht im Duden oder der DIN gesehen). Von daher kann ich dir deine Frage bzgl. des Kontexts leider nicht beantworten. Aber da das nicht gebräuchlich ist, würde ich es nicht empfehlen. Stattdessen einfach das Wörtchen „bis“ ausschreiben. :)

Herzliche Grüße
Susanne

 

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