Aus dem Leben einer Lektorin

Mein Arbeitsalltag als Lektorin

2 Kommentare

Eine Freundin, die in einem Unternehmen angestellt ist, fragte mich letztens: „Wie ist das eigentlich, wenn man selbstständig arbeitet? Was machst du so den ganzen Tag als Lektorin und bist du nicht einsam?“

Sie konnte sich nicht so recht vorstellen, wie es ist, selbstständig zu sein, und was ich als Lektorin tagtäglich mache. Das möchte ich dir heute erzählen.

Selbstständigkeit

Wie es als Einzelunternehmer ist, muss ich dir nicht sagen, schließlich bist du auch selbstständig. Das erzähle ich meiner Freundin in Ruhe ein anderes Mal. :)

Nur so viel: Mir gefällt es sehr gut. Ich bin meine eigene Chefin und kann selbst­bestimmt arbeiten. Einsam bin ich nicht. Ich brauche fürs Korrekturlesen Ruhe, da sind die Voraus­setzungen im Home­office schon ideal.

Außerdem tausche ich mich viel mit Gleich­gesinnten aus: im Powerhouse, einer Unternehmer-Community für Soloselbstständige.

Mein Alltag als Lektorin

Was ich als Lektorin tagtäglich mache, fragst du dich aber vielleicht auch, das variiert nun doch von Business zu Business. Daher gebe ich dir einen kleinen Einblick in einen typischen Arbeitstag.

7:30 Uhr

Auch wenn ich erst um 8:30 Uhr offiziell meine virtuellen Türen für meine Kunden öffne, sitze ich schon eine Stunde früher am Schreib­tisch. Mein Handy ist laut­los, das E-Mail-Programm noch geschlos­sen.

Und so kann ich eine Stunde lang ganz in Ruhe und ohne Ablen­kung an meinen eigenen Projekten arbei­ten. Ich schreibe Blog­artikel, plane meinen Content, erstelle ein Webinar oder bringe andere Projekte voran, die auf meiner Agenda stehen.

Diese Stunde ist sehr wert­voll für mich, da ich schon direkt zu Beginn des Tages eine Menge geschafft habe und ein tolles Gefühl von Fort­schritt erlebe.

8:30 Uhr

Um 8:30 Uhr startet dann meine Arbeit für meine Kunden. Zunächst checke ich meine E-Mails und öffne mein Projekt­management-Tool, mit dem ich meine Auf­träge im Blick habe.

Und dann lese ich durch­gehend acht Stunden Korrektur.

Nicht.

Denn das wäre gar nicht möglich bzw. so könnte ich meinen Kunden nicht die Quali­tät garan­tieren, die mir wichtig ist.

Fürs Korrektur­lesen und Lektorieren benötige ich viel Konzen­tration und das ist acht Stunden am Stück nicht machbar. Circa vier bis maximal fünf Stunden am Tag kann ich Texte Korrektur lesen. Aber auch nur mit Pausen zwischen­durch.

Da ich mich auf Marketing­texte speziali­siert habe und u. a. Flyer oder Broschü­ren lekto­riere, habe ich es meistens mit eher kürzeren Texten zu tun und nicht mit hundert­seitigen Büchern. Da kommen die Pausen von ganz alleine, wenn ich einen Auftrag ab­schließe, ab­rechne, E-Mails schreibe und die nächste Korrektur beginne.

Mir gefällt die Abwechs­lung, die dadurch ent­steht!

Vormittags

Bis zur Pause lese ich wenn möglich die Texte Korrektur, die am meisten Konzen­tration erfordern, da meine Augen da noch „am schärfsten“ sind. Und auch die zweite Korrektur­runde, in der ich Buch­stabe für Buch­stabe über­prüfe, lege ich auf den Vor­mittag. Einen Einblick, wie ich genau beim Korrigieren vorgehe, erhältst du in diesem Artikel.

13:15–14:00 Uhr

Am Anfang meiner Vollzeit­selbst­ständig­keit hatte ich mir zunächst keine fixe Pause gegönnt. Ich dachte, dass ich mir schon genug Pausen nehme, wenn ich sie brauche, ich bin in der Entschei­dung ja frei. Das war aber ein Fehler, denn oft habe ich mir schlicht­weg nicht die Zeit genommen, aus­giebig Pause zu machen. Das habe ich dann nach­mittags gemerkt und war am Ende des Tages ganz schön groggy.

Mittler­weile habe ich eine feste Pause eingeführt: Von 13:15 bis 14:00 Uhr klappe ich den Lap­top zu und gehe spazie­ren, wenn es das Wetter zu­lässt.

Nachmittags

Es ist nicht so, dass ich nach­mittags gar nicht mehr lektoriere. Es kommen mir schon ein paar Texte unter, ansonsten würde ich die ganzen Termine nicht ein­halten können. Dennoch versuche ich, hier nur die ersten Korrektur­durch­gänge zu machen. So kann ich dann eine Nacht drüber schlafen und am nächsten Morgen den gleichen Text mit etwas Ab­stand weiter­korrigieren.

Wenn es die Zeit zulässt, mache ich nach­mittags idealer­weise buch­halterische Aufgaben wie Rechnungen schreiben oder Angebote erstellen. Und ich führe manch­mal die Projekte fort, die ich in der Früh an­gefangen habe.

Regel­mäßig nehme ich an Online-Veranstal­tungen teil, um mich in Sachen Marketing weiter­zubilden. Das kommt einmal meinen Kunden zugute, da ich ihnen bezüglich ihrer Marketing­texte weiter­führende Tipps geben kann, und natürlich auch meinem eigenen Business. ;)

17:30 Uhr

Jetzt ist Feierabend. Außer montags und am letzten Mittwoch im Monat, da treffe ich mich abends noch mit zwei anderen Solo­selbst­ständigen per Video­konferenz und wir berichten uns gegen­seitig, wie unsere Projekte voran­kommen und ob wir gesetzte Monats­ziele erreicht haben.

Ansonsten wird um 17:30 Uhr die Bürotür zuge­macht und ab­geschaltet. Kunden­anfragen, die noch rein­kommen, beantworte ich erst am nächsten Tag.

23:00 Uhr

Feier­abend hin oder her – jetzt gehe ich doch noch mal ins Büro und schnappe mir einen Stift und einen Zettel. Beim Einschlafen kommen mir nämlich immer die besten Ideen für Konzepte, Blog­artikel und mehr (auch dieser Absatz ist mir gestern Nacht nach­träglich noch einge­fallen). Damit ich das bis zum nächsten Tag nicht vergesse, raffe ich mich noch mal auf und notiere es mir. :)

Fazit

Mein Alltag als Lektorin ist dadurch, dass ich viele kleinere Texte lektoriere, sehr abwechslungs­reich. Das ist genau mein Ding – auch, weil ich dadurch mit unter­schiedlichen Kunden zu tun habe.

Auch die Abwechslung zwischen der Konzen­tration beim Korrektur­lesen und der Kreativität bei der Planung meines Business kommt mir sehr ent­gegen. Insgesamt macht mich meine Arbeit sehr glücklich und ich bin dankbar, einen so erfüllenden beruf­lichen Alltag zu haben.

Wie sieht dein Business­alltag aus? Erzähl mir doch ein wenig unten in den Kommentaren!

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Hallo, ich bin Susanne Schaffer. Als Business-Mentorin unter­stütze ich Free­lance­rinnen dabei, mehr als Expertin wahr­genom­men zu werden, zeit­lich unab­hängiger zu werden und wert­schätzende Lieblings­kund*innen anzu­ziehen – für eine souve­räne Selbst­ständig­keit, die Spaß macht.

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Was ist die Summe aus 6 und 3?
AR
Anja Rödel

Ich liebe solche Einblicke "hinter die Kulissen" - vielen Dank dafür! :-)
Und viele Grüße
Anja Rödel

SS
Susanne Schaffer

Hallo Anja,

ich auch! Daher dachte ich, dass das für andere auch spannend sein könnte. Freut mich, dass es gefallen hat. :)

Herzliche Grüße
Susanne